Alleinerziehend unterwegs mit Kindern

Alleinerziehende Mutter unterwegs mit Kindern

Alleinerziehend unterwegs – so sollte eigentlich dieser Blog hier heißen.

Und dann kam das Leben.

Vor unserem Patchwork-Dasein hatte ich auch ein Leben, ein komplett anderes Leben. Seit der Geburt meines ersten Sohnes im Jahre 2007 war ich alleinerziehend. Ich habe mich von nichts und niemanden stoppen lassen. Warum auch? Ein Kind ist kein Hindernis beim Erreichen deiner Träume. Am Ende bist du ja auch noch ein Vorbild für dein Kind. Und dein Kind hat mehr von dir, wenn du glücklich bist, als wenn du unglücklich daheim sitzt und dir denkst, was wäre wenn.

Da war ich nun, schwanger im ersten Semester. Ob das geplant war? Nein. Ob es ein Wunschkind war? Auf jeden Fall! Und wer sagt, dass man im Studium kein Kind bekommen sollte. Es war der beste Zeitpunkt. Besser hätte ich es gar nicht planen können. Ich habe nicht nur das Studium mit Kind im Ausland komplett alleine geschafft, ich habe mich von nichts und niemanden aufhalten lassen.

Alleinerziehend unterwegs mit 1 Kind

So erging es mir auch mit unseren Reisen.

Ich bin von Natur aus neugierig und freue mich jedes Mal neue Orte zu erkunden und am Ende der Reise zu wissen, wie es dort in der Gegend aussieht. Diese Neugier verschwindet nicht, nur weil man auf einmal Mama wird. Nein. Sie wächst. Auf einmal möchtest du deinem Kind die große weite Welt zeigen. Du möchtest sie zusammen erkunden. Daher habe ich damals schon den kleinen Noah ins Auto gesetzt und bin mit ihm auf Reisen gegangen – egal ob kurze oder lange Reisen. Als Mama allein mit meinem Kind auf Reisen zu sein ist eine wundervolle Erfahrung. Sehr gerne war ich mit ihm unterwegs und Noah war gerne mit mir unterwegs. Bei ihm hatte ich auch Glück, dass er ein Autokind ist. Er fuhr schon immer gerne Auto und tut es bis heute noch gern. Zusammen waren wir in Russland, in Frankreich, in Holland, Belgien, Kroatien…

Alleinerziehend unterwegs mit 2 Kindern

Als im Jahre 2013 Maxim dazu kam, hat sich an unserer Reiselust nicht viel geändert. Jedoch mussten wir es an einen Jungen anpassen, der nicht so gerne Auto fährt. Auf jeden Fall nicht im ersten Jahr. Was hat er damals geschrien im Auto. Daher gab es in seinem ersten Lebensjahr ziemlich wenige Kilometer im Auto und dafür ziemlich viele Kilometer im Kinderwagen. Denn Maxim war auch ein Outdoor Baby und schlief am liebsten unterwegs.

Allein verreisen mit Kindern

Als er dann soweit war und sich im Auto beschäftigen konnte, haben wir unsere Reiselust wieder voll ausgelebt. Zu dritt haben wir dann Holland, Frankreich, Spanien, Portugal, Italien, Schweden und Norwegen bereist. Als Maxim 2,5 Jahre alt war, habe ich mit den Jungs einen Roadtrip durch Skandinavien gemacht. Ja, auch diese Reise zum großen Teil allein als Mama mit meinen beiden Kindern. 4 Wochen lang. Die ersten beiden Wochen war meine Schwester noch dabei, danach waren wir zu dritt unterwegs. Ob es nun im Hotel, im Appartement oder in einem Zimmer bei den Norwegern war. Es war eine tolle Reise mit schönen Zufällen und netten Begegnungen.

Unterwegs mit Kindern in Italien

Unterwegs mit Kindern in Italien

Was haben die Leute damals gegen die Reise gesprochen! Mich für verrückt erklärt! Alleine als Mutter mit zwei Jungs in der Fremde.

Und was soll ich sagen, ich würde es immer wieder machen!

Immer und immer wieder!

Es sind meine Jungs. Meine Kinder. Was soll da schief gehen? Warum soll ich Angst davor haben mit den beiden unterwegs zu sein? Nur weil ich als Mama allein mit meinen Kindern auf Reisen bin? Blödsinn! Klar muss ich teilweise mehr aufpassen, da wir außerhalb unserer Komfortzone unterwegs sind und die Gegend nicht kennen. Aber weißt du, was gefährlicher ist, Alltag und Routine! Urlaub zu machen mit deinen Kindern, ist eine wundervolle Erfahrung. Ja, auch eine Herausforderung, aber dadurch eine tolle Gelegenheit zu wachsen!

Und was bringt es uns am Ende?

Jede Menge Erfahrung, jede Menge Spaß und ganz viel Zeit zusammen, die uns keiner nehmen kann. Die Jungs lernen über den Tellerrand hinauszuschauen. Sie lernen andere Menschen und Kulturen kennen und verstehen. Sie merken, dass es nicht nur Deutschland gibt und dass es woanders auch schön ist (teilweise sogar noch schöner 😉 ). Solch eine Reise schweißt zusammen. Man geht ganz anders miteinander um, jeder passt aufeinander auf.

Mit Kindern unterwegs

Sie berichten immer noch von dieser Reise nach Skandinavien:
„Mama, weißt du noch, als wir in dem Fjord angeln waren?“
„Und weißt du noch, als wir die Robbe einen Fisch haben essen sehen?“

Ja, ich weiß es noch und werde es niemals vergessen! Es war atemberaubend! Jedes einzelne Erlebnis.

Und ich denke, ich bin hier ein gutes Vorbild für sie und sie lernen, dass man es einfach machen sollte. In diesem Falle das Reisen, aber auch ganz generell: Just do it. Vertrauen und machen.

Eine Anekdote, die wir die Tage hatten

Ein paar Tage nach unserer kleinen Kreuzfahrt fragte Noah: „Wann machen wir denn wieder einen normalen Urlaub?“
Ben: „Was ist denn ein normaler Urlaub?“
Noah: „Wir fliegen in ein Land, steigen ins Auto und fahren los.“

Unterwegs mit Kindern

Dann musste Ben erstmal erklären, was „normal“ für viele andere Menschen bedeutet. Nämlich ins Flugzeug steigen, im Hotel einchecken und dort einfach mal Tage oder gar Wochen verbringen.

Diese Art von Urlaub hatten wir tatsächlich noch nie. Wir sind die Reise-Forscher, wir brauchen die Freiheit, wir brauchen die Natur. Wir müssen sehen und wir müssen erkunden.

Jedem das Seine. Absolut. Ich bin mir sicher, so ein Hotelurlaub hat auch was für sich. Es ist aber einfach nicht unser Ding.

Deswegen war der Wunsch nach einem Van auch so riesengroß und wurde dieses Jahr auch erfüllt. Diese grenzenlose Freiheit!! Fahren, wann wir wollen und wohin wir wollen. Stehenbleiben und übernachten, wo wir wollen. Mal alleine, weit und breit kein Mensch zu sehen, nur Natur. Mal mit anderen Gleichgesinnten, die Freiheit liebenden Menschen. Herrlich!

Aber ich komme vom Thema ab 🙂
Wo war ich? Achja, Reisen mit Kindern. Ob alleinerziehend oder als größere Familie: Vertrau, mach, tue! Pack dir deine Kinder und starte eine Reise. Wenn du dich nicht direkt traust wegen der großen Entfernung von Zuhause, beginne mit einer kleinen Reise, ein Wochenende, und steigere dich mit der Zeit.

Falls du dich nicht traust, weil deine Kinder sich andauernd streiten, das ist normal am Anfang!
Reibereien gibt es ja genauso Zuhause beim Rumhocken. Man muss sich zu Beginn aneinander reiben, damit es hinterher flüssig läuft. Es sind Geschwister ein wenig Reiberei ist erlaubt. Und hinterher wirst du sehen, wie sie weniger streiten und immer mehr spielen und entdecken. Gemeinsam. Genau das verbessert und festigt ihre Beziehung! Auf ewig.

Roadtrip alleine mit Kindern

Roadtrip alleine mit Kindern

Was bleibt also noch zu sagen? Solltest du noch mit dir selber hadern, sollten da Stimmen sein, die es dir ausreden wollen, schieb es alles bei Seite!

Trau dich!

Es sind deine Kinder. Ihr seid eine Familie. Mit Ihnen zu verreisen kann nur gut werden.

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