Moselsteig Etappe 20
Länge: 13 km
Dauer: 4 Stunden
Schwierigkeit: schwer
Kindertauglich? Eher nicht. Aufgrund der Länge der Strecke, kombiniert mit den recht steilen Passage. Vielleicht ab 10+ Jahren mit Wandererfahrung

Schwer…was heißt schon schwer…vor allem für so ein paar Freizeitsportler wie wir es sind. Wieso klein anfangen, wenn man direkt nach den höheren Zielen greifen kann?! So oder so ähnlich kam unsere Auswahl für Etappe 20 und Etappe 21 des Moselsteigs zustande. Als Einstiegsetappe wohlgemerkt. Denn wir beide waren Moselsteig-Neulinge.

Naja, so ganz wahr ist der Hergang aber auch wieder nicht. Ursprünglich viel unser Blick auf die Etappen 12, 13, 14 rund um Traben-Trarbach, aber schlicht und einfach die schlechte Busverbindung dieser Orte, “zwang” uns zum Umdenken. Da viel der Blick in Richtung Burg Eltz und en umliegenden kleinen Weindörfchen Treis-Karden, Müden, Moselkern, Hatzenport, Löf. Schnell die öffentlichen Nahverkehrsverbindungen gecheckt, die Etappen Beschreibungen auf der Moselsteig Seite zu Rate gezogen und es war klar: hier liegen wir richtig.

Los ging es dann an einem Wochenende im Juni. Voller Vorfreude und Enthusiasmus fuhren wir nach Löf, wo wir unser Auto parkten und von dort mit dem Zug (ca 15 Minuten/ 4 Stationen) nach Treis-Karden fuhren. Dem Ausgangspunkt von Etappe 20 und der Startpunkt unserer ersten, richtigen Wandertour.

Panoramablick mit Hummel, Moselsteig, Deutschland
Panoramablick mit Hummel, Moselsteig, Deutschland

Auf dem Weg wurde uns klar, dass man uns nun als Wandersleute bezeichnen darf…welche große Ehre.
Was uns auch klar geworden ist: wir stachen hervor wie ein bunter Hund. Zwar war uns dies auf dieser Etappe noch nicht ganz so deutlich, aber an Tag 2 war klar: die Standardausrüstung für den Wanderer von heute sind Kargohosen (egal ob kurz oder lang) und ein kariertes Hemd. Wir, in Jeans, Sweatshirt und entsprechender Bluse, passten nicht in dieses Muster. Wir sind aber der Meinung: es ist Zeit für einen Trendwechsel! Oder aber spätestens nach noch 3 oder 4 Wanderungen fällt uns endlich auch auf, wieso diese Hosen und Karohemden so praktisch sind…es bleibt abzuwarten.

Immerhin was den Rucksack und vor allem den Proviant angeht, konnte man uns nichts vormachen. Was vor allem, und da will ich gar keinen Hehl draus machen, an der ausführlichen Erfahrung von Anna lag. Falls ihr eine 2 Tages-Wandertour vor euch habt, hier unsere Packliste:
– 4 Roggenbrötchen belegt mit Mozzarella, Tomate, Salat
– 4 Roggenbrötchen belegt mit Nürnberger-Würstchen, Salat
– 4 Äpfel
– 4 Bananen
– eine Box mit Trauben und Blaubeeren Mix
– 2 geschnittene Paprika
– 1 halbe geschnittene Gurke
– 5 geschnittene Möhren
– diverse Müsliriegel
– Knoppers
– 1 1/2 Liter Wasserflasche
– 2 1 Liter Wasserflaschen “mit Geschmack”

Man sieht hier waren Feinschmecker zugange und ja, wir kamen mit Resten wieder zu Hause an….

Blick auf Treis-Karden, Moselsteig, Deutschland
Blick auf Treis-Karden, Moselsteig, Deutschland

Viele Worte zur Etappenbeschreibung selbst will ich gar nicht verlieren. Die bildhafte Erläuterung auf der Moselsteigseite war uns ein guter Begleiter und an manch einem Aussichtspunkt, konnten wir so Klarheit darüber erlangen, wie wir es finden sollten…in der Regel “spektakulär”.
Aber das war es dann tatsächlich auch. Spektakulär. Etappe 20 mit seinem steilen Anstieg direkt zu Beginn (und wenn da steht er ist steil, dann ist er auch steil!), den Pfaden entlang der Oberkante von wo aus man immer wieder einen Blick ins Moseltal hat, bis hin zum “Abstecher” über die Burg Eltz hatte eine Variation an Eindrücken zu bieten. Wie variantenreich die Landschaft auf so engem Raum doch sein kann…wenn man einen 13km Pfad “eng” nennen mag.

Was hängen geblieben ist, sind die einsamen kleinen Bachschluchten, die Buchsbäume, die hier tatsächlich Bäume sind und nicht nur modellierte Garnitur, der weitläufige Blick über die Mosel, die steilen Weinberghänge, die kleinen Dörfchen am Fuße der Berge und die Kirchen, deren Umrisse doch so oft das Bild der Dörfer prägten, die märchenhafte Burg Eltz und auch der Fluß Eltz selbst, der sich durch ein verträumtes und stellenweise verwildertes Tal schlängelt.
Auch wenn ein teils ernst gemeinter, teils spaßiger Seufzer jedes Mal von uns beiden zu vernehmen war, sobald sich der Mostelsteig mal wieder bergauf vor uns offenbarte, so hat sich der anstrengende Aufstieg jedes Mal gelohnt.

Burg Eltz, Moselsteig, Deutschland
Burg Eltz, Moselsteig, Deutschland

Der Samstag ging dann zu Ende in Moselkern. Hier konnten wir auf der Dorfwiese noch ein paar Momente in der untergehenden Sonne genießen, während auf der anderen Seite der Mosel der Druidenstein in der goldenen Stunde perfekt in Szene gesetzt worden ist. Ein Zimmer für die Nacht hatten wir bereits vorab im Gasthaus „Zur Burg Eltz“ gebucht. Ausgestattet mit allen was man benötigt, fanden wir hier einen ruhigen, erholsamen Schlaf und am nächsten Morgen ein stärkendes Frühstück, bevor es dann auf die Etappe 21 ging.

Wie es weiterging, erfahrt ihr in unserem Bericht über die Moselsteig Etappe 21.

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