Von der Angst vor Veränderung oder…

…der Ruf eines Kindes nach Kontinuität inmitten von Glück

Von der Angst vor Veränderung

Älter werden ist eine Kunst.
Die Kunst liegt darin, das Beste aus jedem einzelnen Tag und jedem Alter zu holen. Nichts endet, nur weil man von einem Tag auf den nächsten ein Jahr älter geworden ist. Ja, das Leben ist immer im Wandel – wie bei einem Fluss. Mal strömen kleine Bäche hinein, mal fließen ein paar hinaus, aber der Fluss geht weiter und weiter.

Es gibt da draußen viele Menschen, die ein Problem mit dem älter werden haben. Der folgende Beitrag und die Gedanken darin, sollen helfen den Blickwinkel ein wenig zu ändern und das Gute ins Leben zu lassen, auch oder erst recht beim älter werden.

Kind zur Mama: „Ich will nicht älter werden“

Ein Geburtstag stand vor der Tür.
Sehr nah vor der Tür.
Am nächsten Tag sogar.
So nah war es.

Und irgendwie war dieser eigentlich doch wunderschöne Tag Anlass bei einem unserer Jungs, sich Sorgen zu machen. Wobei, das trifft es nicht genau und wäre nicht fair ihm gegenüber. Es war „kein sich Sorgen machen“, es waren einfach Gedanken und Gefühle die in ihm aufkamen.
Dies hat bei ihm so sehr auf die Stimmung gedrückt, dass zeitweise etwas Trost und ein paar beruhigende Worte nötig waren.

Oh, und hatte ich erwähnt, dass es sich dabei um das Geburtstagskind selbst handelte?

Nicht ganz die Art, wie man sich als Eltern vorstellt einen Kindergeburtstag zu feiern, oder?! Manchmal (na seien wir ehrlich, eigentlich sehr häufig) steckt man einfach nicht drin, im Kopf seiner Kinder.
Doch woher kam diese bedrückte Stimmung?

Kratzen an der Oberfläche

Im Laufe der Gespräche kam von ihm die Aussage „Ich will nicht älter werden.“ und die Thematik wurde ein wenig klarer.

Einen solchen Gedanken hatte bestimmt jeder von uns schon mal oder kann ihn zumindest erstmal nachvollziehen und mitfühlen.
Das von einem Kind zu hören, ist jedoch nochmal etwas anderes.



Wir bringen den Kern zu Tage

Aber die eigentliche Frage ist doch „Warum?“. Warum möchte er nicht älter werden? Was steckt dahinter? Kurze Zeit später, und mit diesen Fragen im Hinterkopf, sind wir im weiteren Verlauf auf den Kern des Gedanken gestoßen: „Ich will nicht, dass sich was verändert. Ich will, dass alles so bleibt wie es ist.“

Das ist es also.

Das beschäftigt ihn.

Und auch das ist doch irgendwie mehr als nachvollziehbar.

Dieser Anspruch musste dennoch erst einmal sacken, löste im gleichen Zuge aber auch ein paar Gedanken auf unserer Seite aus.

Über das nicht-loslassen-wollen

Nachvollziehbar ist es ja, aber warum die Traurigkeit? Warum Trübsal blasen in diesem Zusammenhang?

„Ich will, dass alles so bleibt“ ist doch ein Zeichen dafür, dass er glücklich ist! Dass das Hier und Jetzt etwas ist, das ihm Freude macht. Er ist glücklich mit seinem Leben, seiner Kindheit und will daher, dass es ewig so bleibt.

Seine Kindheit, ist das, was wir als unseren Alltag bezeichnen und er ist glücklich damit. Dieser Alltag über den Anna und ich so oft reden. Über den wir uns so viele Gedanken machen, ob es den Jungs damit gut ergeht und ob sie die Aufmerksamkeit, Energie und Unterstützung bekommen, die sie brauchen. Dieser Alltag, seine Kindheit, macht ihn glücklich.

Diese Gedanken, vor allem aber dieses Gefühl in seinem Bauch, in seinem Herzen,
ist etwas Schönes. Es kribbelt bestimmt, fühlt sich vielleicht auch komisch an, womöglich erinnert es ein bisschen an Übelkeit, aber am Ende ist es doch nichts weswegen man traurig sein muss.
Dieses Gefühl ist etwas Gutes.

Mitfühlen, verstehen und das Bewusstsein schulen

Doch diese Gefühle und Situationen einzuordnen, da holpert es noch ein wenig.
Wenn man ein Herz-und-Bauch Mensch ist, dem vieles nahe geht, geht es auch darum die Nuancen in den Gefühlen unterscheiden zu lernen. Vor allem auch damit man nicht das Gute mit dem Schlechten verwechselt. Zu wissen, dass riesige Vorfreude oder nicht auszuhaltende Aufregung auch schon mal ähnliche Symptome im Bauch hervorrufen wie leichtes Unwohlsein.

Wir helfen ihm dabei. Wir reden mit ihm, um ihm ein Bewusstsein über solche Situationen zu verschaffen.

Veränderung zum Beispiel ist etwas Gutes. Wenn es in Annas und meinem Leben keine Veränderungen gegeben hätte, würde es all unsere wundervollen Kinder nicht geben.

Außerdem macht das Leben Spaß! In jedem Alter! Die Freude hört nicht auf nur weil man ein Jahr älter wird. Der Spaß am Leben bleibt und es ist unser Ziel unseren Kindern einen Weg zu bereiten, einen zu ermöglichen, der für Sie das offen hält, was sie wollen und was ihnen Spaß macht. Sie sollen ihre Bestimmung finden und dieser folgen. Nicht irgendwelchen Regeln, Standards und gesellschaftlichen Normen.

Jeder von uns wird älter. Das können wir nicht verhindern, daher wäre es verschwendete Energie sich darüber Gedanken zu machen. Wir können und sollten es akzeptieren oder im besten Fall mit offenen Armen begrüßen.

Veränderung ist etwas verdammt Gutes!

PS: Der Geburtstag war dann noch eine tolle Party und das Geburtstagskind hat glücklich gestrahlt und gefeiert.

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